Grooviger zeitgenössischer JazzRock vom Feinsten mit ausgefeilten Kompositionen
und rhythmisch-musikalischen Ausflügen in die höhere Mathematik.
Abseits breitgetretener Pfade betritt Art de Fakt immer wieder gerne musikalisches Neuland und verbindet mühelos in einem Stück wild-groovende Passagen mit verträumten Klanglandschaften und klassischen Walzerklängen, um sich im nächsten Stück in traumwandlerischer Sicherheit in einem komplexen Groovegewebe zu bewegen. Aus einer ruhigen Ballade gerät man urplötzlich in eine Welt experimenteller Zirkusmusik oder es breiten sich elegische Klanglandschaften vor einem aus. Ein musikalischer Ohrenschmaus für alle Sinne – da juckt’s auch schon mal im Tanzbein.
– – – NEUE TERMINE – – –
Freitag, 9. Oktober 2026, Klangbrücke, Aachen, Kurhausstr. 2
Samstag 14. November 2026, Die kleine Theaterfabrik, Aachen, Strüverweg 116
Expeditionen ins Mögliche: Art de Fakt/Über Komposition, Neugier und die Freude am musikalischen Risiko.
Artdefakt bewegt sich zwischen Song, Improvisation und dem Mut zum Unvorhersehbaren. Die Band versteht Musik nicht als fertiges Produkt, sondern als lebendigen Prozess, der aus Begegnungen, unterschiedlichen Persönlichkeiten und dem Zusammenspiel vielfältiger musikalischer Einflüsse entsteht. Die Band gehört weder zu jenen Formationen, die in der Improvisation die Erlösung von jeder Struktur suchen, noch zu jenen, die Komposition als endgültige Festlegung verstehen. Ihre Stücke entstehen vielmehr aus der Überzeugung, dass Form und Offenheit keine Gegensätze sind. Eine gute Komposition ist kein Käfig. Sie ist ein Resonanzraum.
Die Musiker vertrauen auf die Präzision des Entwurfs und zugleich auf die produktive Kraft des Unverfügbaren. Denn vieles von dem, was ein musikalisches Ereignis bedeutsam macht, lässt sich weder planen noch erzwingen.
Vielleicht liegt hier auch die tiefere Verbindung zum Jazz. Jazz trifft auf Singer-Songwriter-Traditionen, atmosphärische Klanglandschaften auf spontane Improvisationen, strukturierte Kompositionen auf Momente echter Überraschung. Dabei entsteht ein Sound, der sich bewusst festen Kategorien entzieht und gerade daraus seine besondere Spannung bezieht.
Mal nachdenklich und poetisch, mal energiegeladen und verspielt, bewegt sich die Musik zwischen Hoffnung und Melancholie, Klarheit und Experiment. Immer aber bleibt sie getragen von einer Haltung, die Neugier über Gewissheit stellt und in der Begegnung unterschiedlicher Perspektiven eine kreative Kraft erkennt.
Die Mitglieder von Art de Fakt kommen aus unterschiedlichen musikalischen und biografischen Landschaften. Gerade deshalb entsteht im gemeinsamen Spiel keine Vereinheitlichung, sondern ein Dialog der Verschiedenheiten. Unterschiedliche ästhetische Sprachen, Erfahrungen und Temperamente treten miteinander in Beziehung. Aus dieser Begegnung entsteht etwas Drittes, das keinem Einzelnen gehört.
Art de Fakt lädt dazu ein, bekannte Wege zu verlassen, sich auf neue Klangwelten einzulassen auch mal die Schönheit des Unfertigen zu entdecken. Denn die spannendsten Geschichten entstehen oft dort, wo Menschen bereit sind, etwas zu wagen.
KuKuK an der Grenze 1,9.23 – so war`s
Die Musiker
Urban Elsäßer – Gitarre, Komposition
Im Kontext des Jazz ist die Improvisation für mich das gemeinsame Suchen nach Bedeutung. Bei art de fakt gefällt mir diese persönliche Sicht auf’s Ganze, das sich immer wieder erinnern wollen, sich neu und auch gewöhnlich aufeinander beziehen. Das ist auch ein wenig Freiheit, und erlaubt mir mit persönlichen Markern durch unterschiedliche Genres zu wildern. Ich glaube an die kleinen persönlichen Brechungen, Zufälle, und versuche aufrichtig Musik zu machen. Komposition ist für mich die notwendige Erweiterung, ein Stück mehr an Festlegung. Studium Music (Jazz, Klassik) in Aachen, Maastricht, Köln und München; Jazz-Kompostionsstipendium bei Bob Brockmeyer; Schüler von Karsten Görzel; Dozent an der Popakademie Mannheim. Zahlreiche Bands: Travail sonique, Dold, WeloveGold, Urbanproject
Ludger Singer – Keys, Brass Instruments
Gelernter Schulmusiklehrer, Pianist, Komponist, Blechbläser aus dem tiefsten Westfalenland (R. Beckmann: „es ist furchtbar aber es geht“), dazu Familienmensch, Spinner, Kampfradler (Gruß an Herrn Ramsauer/Dobrindt), Segler zu Wasser und Luft, Instrumentenerfinder … aus dem genialen Jahrgang 1960 (Jungfrau), als Kollege bekannt und berüchtigt u.a. aus dem Art’n Schutz-Orchester, Maluco, Krämfräsch, Brechtgardenmotors, Ensemble Xenon, Aachener Ensemble für Neue Musik, vielen Theaterproduktionen (z.B. Woyzeck 2011/Fanfare Tinnitusz) uvm. …
Uwe Böttcher – Baß, Bratsche, Geige
Ich könnte nun schwadronieren über Geburtsjahr, Herkunft, Ausbildung etc., relevanter ist jedoch der Bezug zu Art de Fakt. Nach einem denkwürdigen Konzert von Art de Fakt im Aachener Ludwigforum 1994 kam es zu einem ersten kurzen Gespräch zwischen Urban Elsässer und mir. Als Schüler des damaligen Art de Fakt Bassisten Adrian Maruszczyk war ich auf das Konzert aufmerksam geworden und sofort angefixt von der kompositorischen wie improvisatorischen Dichte dieser Formation. Habe sofort die aktuelle CD erworben und den Hit Game herausgehört. Zehn Jahre später wurde ich tatsächlich von Art de Fakt engagiert. Die gemeinsame Zeit gipfelte in der Produktion My Body in Nine Parts von und mit Raymond Federman 2008.
Ja, und dann? War irgendwann Sendepause … Darum freute es mich erst recht, als ich 2020 erneut in das spannende und legendäre Art de Fakt-Boot einsteigen durfte. Nun gut, ein paar meiner Referenzen: Dan Sataniel, Peter Sonntag, Ina Deter, Manfred Leuchter, Theater Aachen, Theater K, Adam Noidlt Missiles, Butch Morris, Rob Tognoni, Greg Koch, Dieter Kaspari, Wendelin Haverkamp, Reinhard Mey, Warner Poland …
Tom Gerke – Schlagzeug, Perkussion
Mit Art de Fakt schliesst sich für mich ein Kreis, der in meiner Studentenzeit mit Musikstudien in Aachen und Maastricht und intensiver musikalischer Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Urban Elsässer begonnen hat.
Mein Interesse für Drums & Percussion wurzelt u.a. in der Faszination für Jazz-Rock & Fusion von Bands und Musikern wie Weather Report, Miles Davis und dem Geiger Jean Luc Ponty (mein erstes Instrument war Violine).
Die Arbeit als Musiker in Köln führte zu Wegkreuzungen mit dem Obst-Music Label mit vielfältigen Studioaufnahmen vornehmlich im Studio/Club Loft Köln & WDR und zu Konzerttourneen über das Goethe-Institut mit genreübergreifenden Bands wie Fleisch und Tr3panini.
Weitere Aktivitäten als Schlagzeuger waren Aufnahmen, Tourneen, Clubkonzerte mit der Blues Band Little Roger & the Houserockers, dem amerikanischen Singer Songwriter Jay Ottaway, oder ein mehrjähriges Engagement als Schlagzeuger der Live-Band des Hänneschen-Theaters der Stadt Köln.
Gerd Müller – Congas, Bongo, Small Percussion
Ich bin als Letzter in die Band Art de Fakt eingestiegen. Die ersten Proben und Konzerte waren vielversprechend und ich konnte Dinge machen, die so in anderen Formationen nicht möglich wären. Ich habe Latin-, Afro- und Brasil-Percussion gelernt – in verschiedenen Ländern, von verschiedenen Lehrern. Das konnte ich seit Anfang der 90er Jahre in diversen Bands umsetzen: ich spielte bei Salsa Caliente Orquesta, Estilo Cubano, Itapoa Brasil Quartett, war beim Rob Tognoni Duo dabei, bei so einigen Big Bands – u.v.a. Seit 16 Jahren bin ich Conguero in der Santana Tribute Band Supernatural play Santana. 2004 habe ich meine eigene Trommelschule in Aachen gegründet. Leider wurde das durch Corona jäh beendet. Jetzt hat mein Weg mich zu Art de Fakt geführt. Die Musik ist anders – voller Energie, die Musiker sind Klasse und innovativ, das gefällt mir!
Ich glaub‘, da bleib‘ ich …








